Weg nach Innen - Altstadt

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Saarbrücker Zeitung vom 04.11.2005

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Der Bexbacher Chor Gleis 1 bot ein breites Spektrum an Stimmungen

Junges Ensemble sang mit viel Gefühl in der Altstadter Martinskirche - In drei Themenblöcken Musik aus verschiedenen Epochen
Unter der Leitung von Margit Erfurt-Freund gastierte der Bexbacher Chor Gleis 1 in der Altstadter Martinskirche. Die Sängerinnen und Sänger überzeugten vor allem mit einer vielfältigen Liederauswahl.

Altstadt/Bexbach. Einzeln oder in kleinen Gruppen betreten die Mitglieder des Chors Gleis 1 aus Bexbach den nur vom Schein zweier Kerzen beleuchteten Altarraum der Altstadter Martinskirche. Erst als alle Sänger versammelt sind, erhellen Lampen den vorderen Teil der Kirche. Und ebenso wie sie gekommen sind, verlassen die Sänger die Kirche auch wieder: einzeln, paar- und gruppenweise, während das Licht langsam verlischt.

So stimmungsvoll Beginn und Ende dieses Konzert waren, so voller unterschiedlicher Stimmungen und Gefühle war das Konzert selbst, das der Chor zu Gunsten des Altstadter Kindergartens gab. "Weg nach innen" hieß das Motto der Veranstaltung mit Musik und Texten aus 13 Jahrhunderten. Las sich das Programm zunächst wie ein wahlloses Sammelsurium sakraler Werke, so zeigte sich bald, dass die Leiterin des Chores, Margit Erfurt-Freund, mit der Programmauswahl eine überaus glückliche Hand bewiesen hatte. Sie hat literarische und musikalische Kunstwerke verschiedener Epochen und geographischer Herkunft in drei Themenblöcken kombiniert und damit jeweils eine Einheit von Aussagen und Stimmungen erreicht. Wenn im ersten Teil - überschrieben mit "Grünender Zweig" - ein Lied der Hildegard von Bingen (1098-1179) neben eine Motette von Anton Bruckner (1824-1896) gestellt wird, wenn auf ein Präludium von Johann Sebastian Bach (1685-1750), gespielt von dem erst elf Jahre alten Kai Martin, ein Lied von Antonin Dvorák (1841-1904) folgt, dann wird bei diesem Konzert daraus eine selbstverständliche Geschlossenheit. Eine Harmonie, die mit dem zweiten Themenblock "Halleluja" in die Welt der Gospels und Spirituals führt und im dritten Teil - "Inneres Licht" - mit dem Sonnengesang des Franz von Assisi (1181-1226), südamerikanischen, lateinischen und russisch-orthodoxen Gesängen vollendet wird. Außergewöhnlich wie die Programmgestaltung waren Interpretations- und Wandlungsfähigkeit des Chors Gleis 1, der das Spektrum der Stimmungen von klagend und demutsvoll, jubelnd und humorvoll beherrscht. Der Chor Gleis 1 ist ein junger Chor. In einer Zeit, in der - oft zu Recht - die Krise des Chorgesangs beschworen wird und Chöre über Nachwuchssorgen klagen, liegt das Durchschnittsalter von Gleis 1 bei 35 Jahren; das jüngste Chormitglied ist elf, das älteste 60 Jahre alt. Und bei besonderen Gelegenheiten, wie etwa beim Konzert in Altstadt, singen auch sechsjährige Chorkinder mit. cros

(c) Chor Gleis 1  -  E-Mail: info(at)chor-gleis1.de
Stand:  Mai 2011