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Chor Gleis 1 im Orient Express
"Bitte einsteigen und Türen schließen" - noch hört man die Musik Pariser Straßencafés, bald darauf fährt der Zug durch "Funkelnde Felder", ein
gestresster Kellner serviert "Die Forelle", ein bulgarischer Bauernchor grüßt vom Bahnsteig und schon verkündet der Schaffner "Mustafa Pascha - Grenzkontrolle". Dreieinhalb Tage dauerte die Fahrt von Paris
nach Konstantinopel im legendären Orientexpress im Jahr 1909, neunzig Minuten braucht Chor Gleis 1 für die 3186 km.
Wie im Flug vergeht die Zeit, denn schließlich sitzen die Zuhörer selbst im Zug. Spritzige Dialoge führen durch das Programm. Die Choristen schlüpfen in verschiedene
Rollen, spielen Theater - und doch bleibt das Ganze ein richtiges Chorkonzert mit knapp 30 Liedern, eine spannende Mischung aus Eigenem (Hirsch, Freund), Klassik (Schumann, Brahms) und traditioneller Musik aus Bayern und vom
Balkan.
Der Chor singt in acht Sprachen, das ist für Gleis 1 nichts Neues. Neu ist eher, dass fast ein Drittel des Programms aus deutschen Liedern besteht, darunter
Schätze wie Fanny Hensels "Waldruhe". Mit an Bord sind zwei Flöten, Violine, Akkordeon, Klavier und Kontrabass. Die jüngste Solistin ist diesmal die zehnjährige Bora Satko.
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